Frankfurter Zukunftsrat

Aufgabenstellung und Ziele

Bedürfnislage:

  1. Der Globalisierungsdynamik kann sich niemand entziehen.
  2. Deutschland ist gezwungen, den bisherigen Hochleistungsstand zu halten und weiterzuentwicklen.
  3. Die Menschen gehen dorthin, wo die Expertise besteht. Je stärker die Expertise im Osten (Russland, China, Indien, … ) wird, um so schwieriger ist es für Deutschland mitzuhalten.
  4. In der Politik fehlt langfristiges, kontinuierliches Denken und Planen, weil Legislaturdenken dominant ist.
  5. Politik und Wirtschaft entwickeln sich in Deutschland immer weiter auseinander. So entstehen zurzeit zwei Systeme, die gegeneinander und nicht miteinander arbeiten und gemeinsam Schwierigkeiten bewältigen.
  6. Soziale Gerechtigkeit wird in Deutschland als Verteilungsgerechtigkeit definiert und nicht auf der Basis von Leistung und Wettbewerb.
  7. Nicht die Erfindung, eine wissenschaftliche Erkenntnis oder eine Innovation sind entscheidend, sondern wie schnell sie im Markt umgesetzt werden.
  8. Große globale geistige Cluster (Boston, Silicon Valley, … ) sind in Zukunft überholt, da alles Wissen, im Internet gespeichert, für jedermann zugänglich ist.
  9. Es fehlen immer mehr die Grenzgänge zwischen den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen / wissenschaftlichen und religiösen Systemen, die als Katalysator wirken. Hier fehlt es an gemeinsamer Kommunikation. Es existiert keine gemeinsam verflochtene Kommunikationsstruktur.
  10. Die Fragen, wie die Kommunikationsstrukturen der Hierarchie aufgebaut werden, um in der Globalisierung bestehen zu können, müssen ganzheitlich beantwortet werden.
  11. Es gibt keine interdisziplinäre Diskussion und Kommunikation, die zu politisch durchführbaren, nachhaltigen Konzepten führen. Fragen werden nicht so simplifiziert, dass sie  geschlossen beantwortet werden können. Das heißt mit „ja“ oder „nein“.
  12. Nur Bildung zu vermitteln, hemmt die Persönlichkeitsentwicklung. Erziehung steht mehr im Fokus. Gemeinsames Wirken in Erziehung und Bildung scheitern nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus strukturellen Gründen. Bildung darf nicht als schichtenspezifische Grenze definiert werden.
  13. Die Erfolgsgeschichte der globalen Welt basiert vor allem auf der Vermeidung von Kriegen. Hier haben die Volkswirtschaften eine friedensstiftende Aufgabe.

Fazit:

Es fehlt an ganzheitlichen Konzepten, die einen zukunftsorientierten Prozess in Gang setzen. Demografische Entwicklung, soziale Strukturen (Migration, Integration, Rente, Pflege alter Menschen, Klima, …) sind global zu betrachten.

Aufgabenstellung:

  • Erarbeitung ganzheitlicher Konzepte, die einen zukunftsorientierten Prozess in Gang bringen.
  • Entwicklung eines neuen Wertesystems in der Globalisierung, da die persönlichen Erfahrungs- und Wertewelten auseinander brechen. Unterschiedliche Lebensentwürfe, die Bedrohung traditioneller Lebensweisen, kulturelle Polarisierungen und neue Fundamentalismusaktivitäten bedrohen die globale gesellschaftliche Zusammenarbeit. Diese Konzepte sind global zu betrachten und auszuarbeiten.
  • Entwicklung neuer interdisziplinärer Konzepte in den Bereichen:
    • Konsumgesellschaft
    • Demografische Entwicklung
    • Akzeptanz und Leben in der Globalisierung: Markt, Wettbewerb, Leistung, ...
    • Gestaltung der kommunalen und
      regionalen Lebensweise (Architektur)
    • Menschenrechte und demokratische Strukturen
    • Globale Wertesysteme, Friedenssysteme und individuelle Verantwortung – Philosophie der Zukunft
    • Erziehung und Bildung: Neue Orientierung unserer Erziehungs- und Bildungspolitik

Ziele:

  • Forschungsergebnisse werden interdisziplinär in Verbindung gebracht und ganzheitlich zusammengefügt.
  • Aus den daraus entstandenen Erkenntnissen werden Konzepte und Empfehlungen für die Gestaltung der Zukunft erarbeitet.
  • Die Ergebnisse sollen allgemein verständlich und politisch umsetzbar für Amtsträger und Entscheider formuliert werden.
  • Ziel ist es, ein Verständnis in der Bevölkerung zu entwickeln, dass die „Neue Zukunftswelt“ gestaltet werden muss.