Zukunftskreis “Journalismus, Medien und Kommunikation“
Erwartungen an die Zukunft der Medienlandschaft
Unter der Leitung von Dr. h. c. Wolfgang Clement und Prof. Dr. Manfred Pohl, veranstaltete der Frankfurter Zukunftsrat am 21. November 2011 im Hotel de Rome in Berlin den 4. Zukunftskreis
“Journalismus, Medien und Kommunikation“.
Im Rahmen dieser Veranstaltung trafen sich Journalisten und Medienvertreter zur Sitzung des Arbeitskreises, um die Bereiche „Qualitätsjournalismus“ sowie „Europäische Öffentlichkeit“ zu besprechen.
Qualitätsjournalismus
Zu Beginn des digitalen Zeitalters eröffnen die Medien zahllose Möglichkeiten, sich über das tagesaktuelle Geschehen in der Welt und über dessen Hintergründe zu informieren. Wer ein kaum überschaubares Angebot an Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Radiosendungen, Fernsehprogrammen und Websites intelligent zu nutzen versteht, hat grundsätzlich an jedem denkbaren Ort und zu jeder gewünschten Zeit die Chance, mit selbst gesetzten Prioritäten am Wissen der Welt teilzuhaben.
Der Journalismus kann dabei eine wichtige Orientierungshilfe geben. Weil dies im allgemeinen Interesse ist, werden an seine Verlässlichkeit und an seine Glaubwürdigkeit hohe Maßstäbe angelegt. Vor allem aber liegt das an seiner – auch im Grundgesetz konstituierten - herausragenden Bedeutung für die Funktionsfähigkeit der demokratischen Öffentlichkeit. Die Bereitschaft der Regierenden, Transparenz herzustellen, bleibt in vielen Fällen auch heute noch hinter dem Kommunikationsideal der Aufklärungsphilosophie zurück. Dem Journalismus - insbesondere den politischen Journalismus – kommt eine wichtige Kontrollaufgabe zu. Indem er die politische Entscheidungsfindung einer intensiven Beobachtung unterzieht und deren maßgebliche Akteure veranlasst, ihr Tun zu begründen, versetzt er die Bürgerinnen und Bürger in die Lage, das Regierungshandeln mit ihren Interessen und Vorstellungen zum Wohle aller abzugleichen, einen (politischen) Willen zu bilden und von ihren demokratischen Beteiligungsrechten Gebrauch zu machen.
Europäische Öffentlichkeit
In einer Zeit, in der die Europäische Integration durch ablehnende Verfassungsreferenden, Akzeptanzproblemen auf Seiten der Bevölkerung und eine turbulente wirtschaftliche Entwicklung auf eine harte Probe gestellt wird, ist politische Unterstützung aus der Zivilgesellschaft heraus eine wichtige Ressource für die Europäische Union (EU). Die politische Gemeinschaft der Europäer ist auf die sozialen Funktionen der gesellschaftlichen Integration und Identitätsbildung angewiesen. Öffentlichkeit ist hier eine wichtige Bedingung, denn in öffentlicher Kommunikation werden die Wirklichkeitskonstruktionen, Regeln und Normen ausgehandelt, auf denen der Verständigungsprozess einer Gesellschaft beruht – auch grenzüberschreitend. Europäische Öffentlichkeit ist eng mit dem Prozess der Herausbildung einer kollektiven Identität der EU-Bürger verbunden. Sie ist für den Politikprozess der EU eine kritische Bedingung.















