Lebenswerte Zukunft

Die Bildung der Zukunft

Was ist die Bildung der Zukunft?

Die Bildung ist die Basis des gesamten Lebens bei einer knapp über oder unter 100-jährigen Lebenserwartung und muss daher breit und stabil aufgestellt sein.

Der Frankfurter Zukunftsrat e.V. sieht sich als Akteur für die Förderung und Erforschung sozialer, kultureller, gesellschaftlicher sowie politischer Entscheidungsprozesse vor dem Hintergrund des Anthropozäns, d.h. mit der Verantwortung des Menschen für sich selbst und die Erde.

Die Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für eine bewusste und verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Die digitale Ausstattung in den Schulen ist rudimentär. Deshalb muss die Digitalisierung des Bildungssystems die zentrale Aufgabe der Zukunft sein.

Die in 1995 und den darauffolgenden Jahren geborenen Kinder werden die erste Generation sein, die ein ganzes Jahrhundert durchlebt, gestaltet und den Übergang in das nächste Jahrhundert (22. Jahrhundert) erfahren wird.

Die heutigen Schüler*innen sind die Genration der digital natives. Das heißt, ihr Umgang und der Gebrauch der digitalen Medien gehört zu ihrem Alltag und vor allem zur Zukunft junger Menschen. Doch ist nicht nur das bloße Anwenden für zukünftige Aufgaben von großer Bedeutung. Vielmehr steht das Verstehen, Nachvollziehen sowie die eigenständige Konstruktion technischer und technologischer Abläufe im Zentrum der Kompetenzentwicklung.  Damit die Schule weiterhin eine Institution bleibt, in der die Schüler*innen auf die Herausforderungen von morgen vorbereitet werden, ist es nötig, die Digitalisierung schnell und kompetent in den Unterricht zu bringen.

Das Kompetentzteam Bildung der Zukunft

Im Januar 2019 veröffentlichte das Kompetenzteam Bildung seine ersten Arbeitsergebnisse – Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen – unter dem Titel „Zukunft der Bildung – Bildung der Zukunft“ als Buch im Wochenschau Verlag. Herausgeber sind Jörg Rocholl, Jelena Mitsiadis und Manfred Pohl.

Auf Basis der bereits gewonnenen Erkenntnisse, führt das Kompetenzteam seine Arbeit mit dem Projekt Bildung der Zukunft fort. Interdisziplinär wird dabei besonders die Einsatzmöglichkeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) / Robotik sowie Virtueller Realität (VR) sowie deren pädagogischer Mehrwert während des lebenslangen Lernens berücksichtigt.

Der Vorsitzende

und Gründer Prof. Dr. Manfred Pohl leitet das Kompetenzteam Bildung. Auch ist er der Gründer des Frankfurter Zukunftsrats e.V.

Der Ehrenvorsitzende

Dr. Bernhard Bueb, Theologe und Pädagoge, ehemaliger Leiter der Schule Schloss Salem, Überlingen, Ratsmitglied

Die Mitglieder

Wie erreichen wir die Bildung der Zukunft?

Für den Digitalisierungsprozess der Schulen sind 3 Säulen von besonderer Bedeutung:

  • Hardware
  • Software
  • Fortbildung

Zunächst wird vor Ort eine Bestandsaufnahme der technischen Ausstattung, der Hardware, erfolgen. Anhand dieser ersten Ergebnisse kann das Kompetenzteam Bildung in Absprache mit Schulleitung und Stadtschulamt Strategien entwickeln, die Schulen nachzurüsten.

Seitens der Software ist neben der Anbindung an das Hessische Schulportal und den Bildungsserver auch sogenannte „Lernclouds“ oder „Digitalen Lernumgebungen“ notwendig. Diese Lerncloud bildet die Basis der digitalen Schule, da die dort gesammelten Daten mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) in Echtzeit analysiert werden können und somit individuelle und ganz objektive Leistungsbewertungen abgeben.

Damit die Geräte und Programme auch zielführend genutzt werden können, sind die Fortbildungen der Lehrkräfte von zentraler Bedeutung. Auch hier wird eine „Bestandsaufnahme“ durchgeführt, um anschließend individuelle und zielgerichtete Fortbildungen anbieten zu können.

Für die erfolgreiche digitale Transformation gibt es verschiedene Ansätze aus Forschung und Praxis, die nach der Bestandsaufnahme gemeinsam mit den Prototypschulen erarbeitet werden.

Während des Digitalisierungsprozesses werden auch die Bildungsinhalte des Unterrichts auf den Prüfstand gestellt. Die digitalen Medien sollen im Schulalltag nicht nur als Medium zur Wissensvermittlung verwendet werden, sondern selbst den Inhalt bilden. Dabei ist neben der Vermittlung einer richtigen und reflektierten Anwendung, vor allem das Verstehen der Wirk- und Funktionsmechanismen von Programmen und Abläufen von besonderer Wichtigkeit. Die Schüler*innen erlernen auf diese Weise ihre Digitale Mündigkeit und können beispielsweise „Fake News“ besser erkennen, einordnen und bewerten.

Also durch…

Die Evaluation

Die kontinuierliche Evaluation der digitalen Transformation der Schulen sowie die inhaltlichen Anpassungen erfolgt durch die Mitglieder des Kompetenzteam Bildung. Die interdisziplinäre Expertengruppe verfolgt von Beginn an den digitalen Wandel in den beiden Prototypschulen und steht dabei unterstützend zur Seite. Die stetige Begleitung im Digitalisierungsprozess ermöglicht das schnelle Erkennen möglicher Störfaktoren, sodass effiziente Gegenmaßnahmen auf den Weg gebracht werden können.

Eine derart spezifische und dezidierte Evaluation der Methoden und Inhalte ist bei einer breitangelegten Umsetzung nicht möglich. Außerdem garantiert die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Kompetenzteams Bildung einen schnellen und wissenschaftlich-geprüften Erkenntnisgewinn.

Die Prototypschulen

Das Kompetenzteam Bildung des Frankfurter Zukunftsrat e.V. plant die Umsetzung des Projekts Bildung der Zukunft an zwei Prototypschulen – dem Adorno-Gymnasium in Frankfurt am Main und der Offene Schule Waldau in Kassel. Aufgrund der individuellen und unterschiedlichen Schwerpunktsetzung der beiden Schulen bieten sie ein optimales Umfeld für die Erforschung neuer, digitaler Unterrichtsmethoden.

Die Offene Schule Waldau ist Versuchsschule des Landes Hessen und legt ihren Schwerpunkt im Bereich des Freien Lernens sowie der Berufs- und Studienorientierung.

Das Adorno-Gymnasium hingegen setzt den Schulschwerpunkt auf die Integration gesellschaftswissenschaftlicher Perspektiven in allen Fächern sowie die Ausrichtung am Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Aufgrund des bereits vielseitigen und interdisziplinären Einsatzes digitaler Medien im Unterrichtalltag, können hier Erkenntnisse zu neuen Technologien und den dazugehörigen Prinzipien und Methoden der Anwendung gewonnen werden. Das Lernen und Lehren gesellschaftswissenschaftlicher Verantwortung und moderner Arbeitsmethoden im digitalen Kontext kann am Adorno-Gymnasium nachvollzogen werden.

Beide Schulen lassen einen Charakter erkennen, der Risiken und Fehler im Schulalltag erlaubt, um daraus im Prozess Erfolge zu generieren. Diese progressive Einstellung der Schulleitung sowie des Kollegiums ermöglichen ein ideales Umfeld für die Durchführung des Projekts und einen reflektierten Erkenntnisgewinn.

Die Prototypschulen sind notwendig, um ein Fehlermanagement betreiben zu können, das in einem engen zeitlichen Rahmen umgesetzt werden kann. Durch die Erkenntnisse, die in den beiden Schulen gesammelt werden, kann somit in relativ kurzer Zeit eine Strategie entwickelt werden, langfristig Fehler zu minimiert und Gelder einzusparen.

Derzeit findet die Bestandsaufnahme der technischen Ausstattung an beiden Schulen statt. Zum Ende der Sommerferien wird ein Bericht vorliegen, der den Ist-Zustand sowie die nötigen Maßnahmen zum Erreichen des Ziel-Zustandes beschreibt. Darauf aufbauend wird die weitere Planung gemeinsam mit dem Kompetenzteam Bildung, dem Kultusministerium und den Schulen aufgenommen. Auf diese Weise können Maßnahmen kurzfristig erarbeitet und umgesetzt werden.

Als Prototyp-Schulen wurden aufgrund der individuellen und unterschiedlichen Schwerpunktsetzung ausgewählt:

In Frankfurt

Das Adorno-Gymnasium in Frankfurt
Miquelallee 160
60323 Frankfurt am Main

adorno schulhof

Die 2018 neu gegründete Schule setzt ihren Schwerpunkt nach dem Namensgeber Theodor Adorno auf die Integration gesellschaftlicher Perspektiven in allen Fächern sowie die Ausrichtung am Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Aufgrund der bereits vielseitigen und interdisziplinären Einsatzes digitaler Medien im Unterrichtsalltag, können hier Erkenntnisse zu neuen Technologien und den dazugehörigen Prinzipien und Methoden der Anwendung gewonnen werden.

800 Schüler*innen
60 Lehrer*innen
31 Klassen

Schuldirektor: Mathias Koepsell

In Kassel

Offene Schule Waldau, integrierte Gesamtschule
Stegerwaldstr.45
34123 Kassel

Waldau Schule

Die Offene Schule Waldau ist eine integrierte Gesamtschule der Jahrgänge 5 bis 10. Sie ist reformpädagogisch orientiert und gehört zum Kreis der hessischen Versuchsschulen.

Hinsichtlich der Bereitschaft des Kollegiums und der Schulleitung bieten diese ein optimales Umfeld für die Erforschung neuer, digitaler Unterrichtsmethoden.

923 Schüler*innen
102 Lehrer*innen
37 Jahre an Erfahrung

Schulleiter: Manuel Coote

Weitere Institutionen

Für eine gesicherte und allumfassende Durchführung des Projekts nutzen wir die Unterstützung und Expertise regionaler Institutionen. Die Fort- und Weiterbildungen der Lehrkräfte wird von den Frankfurtern und Kasselern Medienzentren begleitet. Auch unsere Kontakte in der Hessischen Lehrkräfteakademie werden uns bezüglich der Fortbildung sowie der Entwicklung und Umsetzung einer Lerncloud beratend zur Seite stehen. In Kooperation mit dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation werden die quantitativen Daten, die in der Lerncloud generiert werden, ausgewertet und von den Mitgliedern des Kompetenzteams Bildung beurteilt.

Gemeinsame Ziele

Die Schule der Zukunft

Das Ziel ist, den Schulalltag den zukünftigen Herausforderungen anzupassen. Dabei soll als Ergebnis ein Konzept entwickelt werden, das die Schulen im digitalen Wandel begleitet und Handlungsempfehlungen bereithält.

Die Prototypschulen sind keine kurzfristigen Installationen, um die Digitalisierung in den Schulen einzuführen. Vielmehr stellen sie die Basis, um weiter Erkenntnisse zu generieren und damit die Praktiken und Inhalte immer wieder zu hinterfragen und zu überarbeiten. So werden beispielsweise Schwerpunktthemen, die im Zuge der Digitalisierung erarbeitet werden müssen, wie beispielsweise Nachhaltigkeit, Bildungs- und Medienethik und gesellschaftliche Teilhabe, an Bedeutung im Schulalltag gewinnen. In diesen Schulen wird dann konzipiert, in welcher Form und mit welchen Medien solche Themen aufgearbeitet werden können.

Die Weiterführung

Angestrebt wird eine Weiterführung des Projekts, damit auch nach 2022 die Schule der Zukunft weiterentwickelt und an der Implementierung neuer Medien weiter geforscht werden kann. In starker Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) soll in einem Forschungsprogramm Möglichkeiten ausgelotet werden, die dem Einsatz von Künstlichen Intelligenzen und Robotern im Unterrichtsalltag untersuchen. Ziel ist die weitere Entlastung der Lehrkräfte sowie das Einsparen finanzieller Ressourcen.

Menü