Lebenswerte Zukunft

Was ist die Bildung der Zukunft?

Die in 1995 und den darauffolgenden Jahren geborenen Kinder werden die erste Generation sein, die ein ganzes Jahrhundert durchlebt, gestaltet und den Übergang in das nächste Jahrhundert (22. Jahrhundert) erfahren wird.

Bildung ist die Basis des gesamten Lebens bei einer knapp über oder unter 100-jährigen Lebenserwartung und muss daher breit und stabil aufgestellt sein. Der Frankfurter Zukunftsrat e.V. sieht sich als Akteur für die Förderung und Erforschung sozialer, kultureller, gesellschaftlicher sowie politischer Entscheidungsprozesse vor dem Hintergrund des Athropozäns, d.h. mit der Verantwortung des Menschen für sich selbst und die Erde.

Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für eine bewusste und verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Die digitale Ausstattung in den Schulen ist rudimentär und nicht zukunftsträchtig. Deshalb muss die Digitalisierung des Bildungssystems die zentrale Aufgabe der Zukunft sein. Die Bildung der Zukunft – das zeigt die Corona-Krise deutlich – ist klar verknüpft mit Robotik, Künstlicher Intelligenz etc.. Aber Kernelemente der Bildung bleiben die ganzheitlichen Bedürfnisse des jungen Menschen.

Inwieweit mit der Digitalisierung auch eine Neustrukturierung der Fächer, d.h. die Anpassung an die Herausforderungen der Zukunft, einhergehen kann, ist eine weitere zentrale Frage des Kompetenzteams Bildung, die zu klären ist.

Das Elternhaus, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und alle anderen verantwortlichen Personen, die in Erziehung und Bildung eines jungen Menschen eingebunden sind, bleiben auch in einer vernetzten Zukunft für sie zentral. Sie vermitteln gesellschaftliche Werte und „Mensch-Sein“.
Eine Vernetzung von Universitäten, Schulen und Forschungsinstitutionen ist unerlässlich.

Das Kompetenzteam Bildung bringt alle Voraussetzungen und die notwendige Expertise mit, um die Gestaltung einer Schule der Zukunft pädagogisch-psychologisch und digital zu konzipieren.

Die Schule der Zukunft

Die Aufgabe des heutigen Bildungs- und Schulsystems ist es, die Schüler*innen bestmöglich und sicher auf die Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Das heißt auch, einen geübten und gleichzeitig kritischen Umgang mit der modernen Technik zu vermitteln. Denn die Erfolge der Digitalisierung werden das Leben in der Zukunft maßgeblich beeinflussen und gestalten. Jedoch sind derzeit die Digitalisierung, also die Bereitstellung der Hardware, und die qualifizierten Bildungsinhalte für den Unterricht noch in keinem zufriedenstellenden Maß im Schulalltag angekommen.

Der Frankfurter Zukunftsrat e.V. mit dem Kompetenzteam Bildung möchte dabei unterstützen, die Schule der Zukunft mitzugestalten. Dafür sind das Adorno-Gymnasium in Frankfurt am Main und die Offene Schule Waldau in Kassel Prototyp-Schulen des Projekts.

Das Kompetenzteam Bildung

Im Januar 2019 veröffentlichte das Kompetenzteam Bildung seine ersten Arbeitsergebnisse – Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen – unter dem Titel „Zukunft der Bildung – Bildung der Zukunft“ als Buch im Wochenschau Verlag. Herausgeber sind Jörg Rocholl, Jelena Mitsiadis und Manfred Pohl.

Auf Basis der bereits gewonnenen Erkenntnisse, führt das Kompetenzteam seine Arbeit mit dem Projekt Schule der Zukunft fort. Interdisziplinär wird dabei besonders die Einsatzmöglichkeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) / Robotik sowie Virtueller Realität (VR) sowie deren pädagogischer Mehrwert während des lebenslangen Lernens berücksichtigt.

Der Vorsitzende

Vorsitz des Kompetenzteams „Bildung“
Prof. Dr. Manfred Pohl ist Gründer und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Frankfurter Zukunftsrat e.V.

Der Vorsitzende des Evaluationsteams

Digitalisierung und KI
Prof. Dr.-Ing. René Dieter Thiele hat die Professur für Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik an der Frankfurt University of Applied Sciences

Die Mitglieder

Folgende Bereiche und Personen tragen eine zentrale Rolle:

Wolfgang-Wahlster © Jim Rakete
Künstliche Intelligenz
Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster

Professor für Informatik und CEA des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Kuratoriumsvorsitzender des Frankfurter Zukunftsrat e.V.

ÜBER DAS KOMPETENZFELD
Reinhard Hübner
Beratung
Reinhard Hübner

Geschäftsführer der Stiftung Hübner und Kennedy gemeinnützige GmbH, Kassel und Kuratoriumsmitglied des Frankfurter Zukunftsrat e.V.

ÜBER DAS KOMPETENZFELD

Die Prototypschulen

Das Kompetenzteam Bildung des Frankfurter Zukunftsrat e.V. plant die Umsetzung des Projekts Schule der Zukunft an zwei Prototypschulen – dem Adorno-Gymnasium in Frankfurt am Main und der Offene Schule Waldau in Kassel. Aufgrund der individuellen und unterschiedlichen Schwerpunktsetzung der beiden Schulen bieten sie ein optimales Umfeld für die Erforschung neuer, digitaler Unterrichtsmethoden.

Die Offene Schule Waldau ist Versuchsschule des Landes Hessen und legt ihren Schwerpunkt im Bereich des Freien Lernens sowie der Berufs- und Studienorientierung.

Das Adorno-Gymnasium hingegen setzt den Schulschwerpunkt auf die Integration gesellschaftswissenschaftlicher Perspektiven in allen Fächern sowie die Ausrichtung am Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Aufgrund des bereits vielseitigen und interdisziplinären Einsatzes digitaler Medien im Unterrichtalltag, können hier Erkenntnisse zu neuen Technologien und den dazugehörigen Prinzipien und Methoden der Anwendung gewonnen werden. Das Lernen und Lehren gesellschaftswissenschaftlicher Verantwortung und moderner Arbeitsmethoden im digitalen Kontext kann am Adorno-Gymnasium nachvollzogen werden.

Beide Schulen lassen einen Charakter erkennen, der Risiken und Fehler im Schulalltag erlaubt, um daraus im Prozess Erfolge zu generieren. Diese progressive Einstellung der Schulleitung sowie des Kollegiums ermöglichen ein ideales Umfeld für die Durchführung des Projekts und einen reflektierten Erkenntnisgewinn.

Die Prototypschulen sind notwendig, um ein Fehlermanagement betreiben zu können, das in einem engen zeitlichen Rahmen umgesetzt werden kann. Durch die Erkenntnisse, die in den beiden Schulen gesammelt werden, kann somit in relativ kurzer Zeit eine Strategie entwickelt werden, langfristig Fehler zu minimiert und Gelder einzusparen.

Derzeit findet die Bestandsaufnahme der technischen Ausstattung an beiden Schulen statt. Zum Ende der Sommerferien wird ein Bericht vorliegen, der den Ist-Zustand sowie die nötigen Maßnahmen zum Erreichen des Ziel-Zustandes beschreibt. Darauf aufbauend wird die weitere Planung gemeinsam mit dem Kompetenzteam Bildung, dem Kultusministerium und den Schulen aufgenommen. Auf diese Weise können Maßnahmen kurzfristig erarbeitet und umgesetzt werden.

Als Prototyp-Schulen wurden aufgrund der individuellen und unterschiedlichen Schwerpunktsetzung ausgewählt:

In Frankfurt

Das Adorno-Gymnasium in Frankfurt
Miquelallee 160
60323 Frankfurt am Main

adorno schulhof

Die 2018 neu gegründete Schule setzt ihren Schwerpunkt nach dem Namensgeber Theodor Adorno auf die Integration gesellschaftlicher Perspektiven in allen Fächern sowie die Ausrichtung am Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Aufgrund der bereits vielseitigen und interdisziplinären Einsatzes digitaler Medien im Unterrichtsalltag, können hier Erkenntnisse zu neuen Technologien und den dazugehörigen Prinzipien und Methoden der Anwendung gewonnen werden.

800 Schüler*innen
60 Lehrer*innen
31 Klassen

Schuldirektor: Mathias Koepsell

In Kassel

Offene Schule Waldau, integrierte Gesamtschule
Stegerwaldstr.45
34123 Kassel

Waldau Schule

Die Offene Schule Waldau ist eine integrierte Gesamtschule der Jahrgänge 5 bis 10. Sie ist reformpädagogisch orientiert und gehört zum Kreis der hessischen Versuchsschulen.

Hinsichtlich der Bereitschaft des Kollegiums und der Schulleitung bieten diese ein optimales Umfeld für die Erforschung neuer, digitaler Unterrichtsmethoden.

923 Schüler*innen
102 Lehrer*innen
37 Jahre an Erfahrung

Schulleiter: Manuel Coote

Die Digital Acceleration Centers – DACs

Das Digital Acceleration Center (DAC) ist ein Experimentierraum, eine intelligente Lernumgebung, in der Lehrer/innen und Schüler/innen innovative, technische und didaktische Möglichkeiten erforschen/erarbeiten, um die für die Zukunft notwendigen Lerninhalte herauszuarbeiten/herauszufinden. Die Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit der Mitwirkenden im DAC ist die Basis unseres Projekts.

Der Frankfurter Zukunftsrat e.V. mit seinem Kompetenzteam „Bildung“ und seinem Evaluationsteam begleitet die Arbeit der DACs und publiziert die erzielten neuen Erkenntnisse und die Ergebnisse der Evaluation.

Neben dem Kompetenzteam Bildung ist eine enge Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und ähnlichen Institutionen vorgesehen, um neueste Medienformate und Technologien miteinzubeziehen.

Die Evaluation

Die kontinuierliche Evaluation der digitalen Transformation der Schulen sowie die inhaltlichen Anpassungen erfolgt durch die Mitglieder des Kompetenzteam Bildung. Die interdisziplinäre Expertengruppe verfolgt von Beginn an den digitalen Wandel in den beiden Prototypschulen und steht dabei unterstützend zur Seite. Die stetige Begleitung im Digitalisierungsprozess ermöglicht das schnelle Erkennen möglicher Störfaktoren, sodass effiziente Gegenmaßnahmen auf den Weg gebracht werden können.

Eine derart spezifische und dezidierte Evaluation der Methoden und Inhalte ist bei einer breitangelegten Umsetzung nicht möglich. Außerdem garantiert die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Kompetenzteams Bildung einen schnellen und wissenschaftlich-geprüften Erkenntnisgewinn.

Kooperationspartner

Das Hauptziel ist es, kontinuierlich auf dem neuesten Wissensstand zu sein und die Ergebnisse in die Schule der Zukunft einzubringen. Über Workshops sowie Beratungsgespräche soll eine optimale Gestaltung der DACs gewährleistet werden.

Aufgabenstellung und Zielsetzung

  • Die beiden Schulen, in denen das DAC aufgebaut wird, stellen die notwendige technische Ausstattung zur Verfügung: Laptops, Bildschirme, Tablets, schnelles Internet etc.
  • Die Ausstattung mit VR-Brillen und dem dazugehörigen Equipment (Laptops usw.) werden vom Zukunftsrat gestellt, oder sind bereits angeschafft. Eine Einführung, Benutzeranwendung erfolgt in Absprache mit dem Frankfurter Zukunftsrat e.V.
  • Neue notwendige Technik, die nicht in der Schule zur Verfügung steht, kann in Absprache mit dem Zukunftsrat angeschafft werden
  • Die Technik soll lediglich die Basis zum Arbeiten darstellen: Tablets, Laptops, VR-Brillen, KI, Robotik
  • Die mitwirkenden Lehrer*innen sind digital gut aufgestellt – d.h. das DAC soll kein digitales Ausbildungszentrum für Lehrer*innen sein
  • Im Fokus soll die Ausarbeitung intelligenter Vorschläge zur Erstellung neuer und weiterentwickelter Lehrinhalte, innovativer Lernformate und praktischer Tools (z.B. Videos usw.) stehen
  • Es soll eruiert werden, welche Software zur Implementierung für die Schule der Zukunft geeignet ist (Verbesserung bestehender Lerninhalte)
  • Organisation von Workshops mit Vertretern des DFKI und anderer Institutionen, um zu garantieren, dass beide Schulen auf dem neuesten Stand der Forschung sind
  • Fortlaufende Ergebnisdokumentation: Evaluierung. Die Evaluierung erfolgt über das Evaluierungsteam des Kompetenzteams Bildung des Frankfurter Zukunftsrat e.V. (Vorsitz: Dr.-Ing. René Dieter Thiele, Vizepräsident Frankfurt University of Applied Sciences
  • Publikation der Ergebnisse und Erkenntnis
Menü